Auf dem Weg zum Traumjob?

BUKO 2014

Wie können wir mit Rheuma gut arbeiten? Dieser Frage gingen 34 Teilnehmer aus zwölf Landes- und Mitgliedsverbänden vom 14. bis 16. November 2014 auf der Bundeskonferenz (BUKO) in Königswinter bei Bonn nach.

Passend zum Thema Arbeit gab es ein „Steckbriefspiel“, bei dem die Teilnehmer unter anderem ihren Berufswunsch und ihren tatsächlichen Beruf vermerkten. Eine kleine Ausstellung informierte über die Angebote der Landes- und Mitgliedsverbände und des Bundesverbands rund um das Thema Arbeiten. Die herzliche Begrüßung und Vorstellung der Ausschüsse übernahmen vertretungsweise für die jungen Rheumatiker Gudrun Baseler als Bundesjugendsprecherin und Barbara Markus als Bundeselternsprecherin. In diesem Zusammenhang gaben sie kurz einen Überblick über die jeweilige Arbeit in den Ausschüssen der jungen Rheumatiker und der Eltern rheumakranker Kinder. Am Freitagabend stand beim gemütlichen Ausklang des Abends der Austausch untereinander im Vordergrund.

Praxisnahe Arbeit

Der Samstag stand ganz im Zeichen der Praxis: Nach einem Bewegungsspiel unter dem Motto „Gedächtnistraining“ ging es mit den Einführungsvorträgen von Monika zu den Angeboten der Rheuma-Liga und der  Vizepräsidentin Marion Rink zum „Wegweiser Gesundheit fördern – Arbeitsfähigkeit erhalten“ weiter. Marion Rink erläuterte, wie groß die Bedeutung von Arbeit für (chronisch) Erkrankte und Behinderte ist. Dabei hat die Arbeit viele positive Facetten, etwa Existenzsicherung, Förderung des Selbstvertrauens oder Stärkung der Teilnahme am gesellschaftlichen Leben.

Zwei Arbeitsgruppen beschäftigten sich im Anschluss mit vier Fallbeispielen und erstellten Lösungswege für typische „Problemfälle“ in der Praxis. Insgesamt fünf Expertinnen aus verschiedenen Fachbereichen moderierten und unterstützten die Arbeitskreise zum Thema „Der Einstieg ins Berufsleben oder Studium“ sowie „undefinedErhalt der Leistungsfähigkeit im Studium/Erhalt der Arbeitsfähigkeit“. Expertinnen wie Christiane Schneider von kombabb (kombabb-Kompetenzzentrum NRW) und Nazanin Javaheri vom Integrationsfachdienst Bonn standen mit vielen praktischen Tipps zur Seite.

Vorbild Dortmund

Ein prägender Satz des Tages war „Es gibt keine Vorteile, es sind nur Nachteilsausgleiche für Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen“. Diese Worte griff die Expertin Alexandra Franz von DoBuS (Beratungsprojekt für Studierende mit Behinderung an der Technischen Universität Dortmund) auf. Ziel von DoBuS ist die Schaffung chancengleicher Studienbedingungen für behinderte und chronisch kranke Studierende. Alexandra Franz faszinierte die Zuhörer mit der Tatsache, dass eine Universität beziehungsweise Institution genau für dieses Anliegen kämpft. DoBuS bietet die unterschiedlichsten Dienstleistungen an, beispielsweise einen Arbeitsraum und Hilfsmittelpool für behinderte Studierende, einen Beratungsdienst behinderter und chronisch kranker Studierender oder den Umsetzungsdienst zur Anpassung von Studienmaterialien für Sehbehinderte. Sandra Fork, Studentin an der TU Dortmund mit rheumatischer Erkrankung, stellte ihr persönliches Fallbeispiel und die Unterstützung durch DoBuS vor – ein innovatives Vorbild für alle anderen Universitäten und Hochschulen.

Sandra Frobel, eine Reha-Beraterin der deutschen Rentenversicherung Westfalen, erläuterte an Fallbeispielen, wie die Arbeitsfähigkeit der jeweiligen Menschen erhalten werden soll. Sie moderierte gemeinsam mit Marion Rink die Arbeitsgruppe zum Erhalt der Arbeitsfähigkeit. Dabei gilt stets der Grundsatz „Reha vor Rente“. Eine berufliche oder medizinische Reha soll die eigene Arbeitsfähigkeit erhalten. Dazu muss man einen Antrag auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben bei der Agentur für Arbeit oder der jeweiligen Deutschen Rentenversicherung stellen. 

Hilfreiche Tipps

Insgesamt haben die Teilnehmer viele Tipps für die eigene Planung oder die ihrer Kinder, und auch für die Weitergabe in ihrer ehrenamtlichen Arbeit auf Landesebene an andere Betroffene erhalten. Dabei stand stets im Vordergrund, dass jeder Mensch die Möglichkeit haben sollte, seine Träume und Wünsche zu verwirklichen. Dabei sollte die Krankheit so wenig wie möglich Einfluss auf das Studium oder die Berufswahl nehmen. Die jeweilige Zusammenfassung der Fallbeispiele übernahmen Gudrun Baseler und Barbara Markus.

Zu den Literaturtipps

Zum Abschluss am Samstagabend entdeckte so mancher sein tänzerisches Talent bei einem Line-Dance-Crashkurs – jede Menge Spaß inklusive. Dem verregneten Sonntagmorgen schauten wir voller Ideen positiv entgegen und sammelten in einer Ideenwerkstatt am Sonntag Wünsche und Visionen für den Ausbau des internen Netzwerks, als auch der Aufbereitung und Darstellung von diversen Informationen rund um das Thema Arbeit. Es gibt noch viel zu tun und wir hoffen, dass unsere Ideen dem Thema innerhalb der Rheuma-Liga wieder mehr Schwung verleihen. 

Zur Autorin

Karen Baltruschat ist Bundesjugendsprecherin, Ausschussmitglied der jungen Rheumatiker, Landesjugendsprecherin und Vorstandsmitglied der Rheuma-Liga Bremen.

Der Artikel erschien in der Mitgliederzeitschrift mobil 1/2015.
undefinedZum Download als PDF

 
Frau Javaheri und Frau Frobel auf der BUKO 2014

Arbeitsgruppen - Lösungsbeispiele

Hilfestellung praktisch

Bei der BUKO bearbeiteten Arbeitsgruppen Fallbeispiele.

Einstieg ins Berufsleben
Erhalt der Arbeitsfähigkeit

Links zu Ausbildung und Beruf

Einstieg in das Berufsleben oder Studium

Literaturliste

Was sollte man als Rheumabetroffener beim Einstieg ins Berufsleben oder Studium wissen, an wen kann man sich wenden, welche Rechte hat man als chronisch kranker Mensch? Zu diesen Themen hat die Rheuma-Liga eine Literaturliste erstellt:

www.rheuma-liga.de/literaturliste

Wegweisers „Gesundheit fördern - Arbeitsfähigkeit  erhalten

Chronisch krank und trotzdem arbeiten

Vorstellung des Wegweisers

Vortag: „Vorstellung des Wegweisers „Gesundheit fördern - Arbeitsfähigkeit  erhalten“, Marion Rink, Vizepräsidentin und Mit-Autorin des Wegweisers. Mit Dank an die Autoren Dipl.-Psych. Yvonne Drambyan und Prof. Dr. med. Wilfried Mau (Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie), zur Freigabe für die Veröffentlichung.

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