Camouflage-Make Up: die perfekte Tarnung?

Als ich zum ersten Mal in einer Zeitschrift im Wartezimmer meines Rheumatologen von Camouflage-Make-up gelesen habe, hatte ich sofort ein Bild im Kopf: Soldaten in Tarnuniform mit verschiedenen Flecken und Strichen in Grün, Beige und Schwarz. Wie sollte ich mich mit einer solchen Tarnung im Gesicht weniger auffällig fühlen? Ein Bericht von Sabine, Mitglied im Ausschuss Junger Rheumatiker.

Doch ich wurde neugierig und lernte, dass man unter Camouflage-Make-up ein stark abdeckendes und lange haltendes Make-up versteht, das bei entsprechender Fixierung wasserfest ist. Also doch die perfekte Tarnung im Alltag oder in Stresssituationen? Die Lupus Erythematodes Selbsthilfegemeinschaft bietet Seminare dazu mit einer Visagistin an, die selbst betroffen ist. Dabei bekommen Betroffene Tipps und tatkräftige Unterstützung dabei, die passende Farbe für den eigenen Hautton zu finden. Die Teilnehmer üben, wie man das Make-up am einfachsten fleckenlos aufträgt und beispielsweise mit einem Puder fixiert, damit es wasserfest wird. Hilfe gibt es aber auch beim Visagisten vor Ort. Weil die Produkte nicht gerade günstig sind, lohnt es sich, am Anfang auf Profis zu vertrauen. Wer sich sicherer fühlt, kann auch mal günstigere Produkte aus dem Drogeriemarkt ausprobieren. Für meine Haut gilt, dass ich häufig zwei Farbtöne mischen muss, um den perfekten Farbton zu erhalten. Da heißt es: probieren, probieren, probieren.

Persönlich verwende ich Camouflage, wenn ich viel auf den Beinen, viel draußen oder gestresst beziehungsweise aufgeregt bin. An solchen Tagen ist mein Lupus häufig aktiver, und es zeigen sich die typischen roten Flecken im Gesicht. Natürlich möchte ich gerade bei Bewerbungsgesprächen nicht dadurch auffallen! Mein Make-up kann das etwas verdecken und gibt mir Sicherheit. Trotzdem ist Make-up kein Garant und kann auch nicht das Gespräch mit einem Psychologen ersetzen, wenn man sich in seiner Haut nicht wohlfühlt. Für mich gilt: Es gibt Tage, an denen braucht frau eben Make-up um sich sicher zu fühlen. An anderen geht es auch ohne, und ich verstecke mich nicht. Jeder, der mir nur ein bisschen zuhört, erfährt von mir und meinem Lupus. Ja, ich habe auch heute noch den Wunsch an manchen Tagen, einfach zu sein wie alle anderen.Genau dann hilft mir die Tarnung mit Camouflage-Make-up. Das Auftragen beziehungsweise die Anwendung dauert in der Regel nicht länger als bei der Verwendung von „herkömmlichen“ Kosmetika.