Einmal messen, bitte!

Wer Kortison einnimmt, muss seine Knochendichte im Blick behalten. Gar nicht so einfach, zeigt dieser Erfahrungsbericht von Sabine.

Gehen Sie zum Orthopäden und lassen Sie eine Knochendichtemessung machen.“ Wer hätte ahnen können, dass damit eine kleine Reise durch meine Heimat losgeht? Niemand? Alle? Ich nehme durchgehend Kortison. Am Anfang waren es höhere Dosen. Deshalb hatte mein Rheumatologe das Bedürfnis, mich mit 19 Jahren zu meiner ersten Knochendichtemessung zu schicken. Die erste Hürde in meinem Kopf war also, einen Termin zu bekommen. Aber das war gar nicht so schwer. Erster Anruf: „Hallo, ich würde gerne einen Termin zur Knochendichtemessung ausmachen.“ „Sehr gerne, Sie können morgen vorbeikommen.“ Das hätte mir schon ein Zeichen sein sollen. Aber ich war erst einmal nur glücklich, das Mysterium dieser Messung hinter mich zu bringen.

Böse Überraschung

Die Behandlung ging auch ganz zügig: Die Helferin setzte mich in einen Raum und packte mein Handgelenk in ein Gerät. Danach ging es zurück zur Anmeldung, wo ich brav zehn Euro bezahlen durfte und eine Quittung bekam. Im Anschluss habe ich nur noch auf den Orthopäden warten müssen zur Besprechung. Dachte ich jedenfalls. Die nächste Szene war wie ein Witz. Ich habe fast geglaubt, dass irgendwo eine versteckte Kamera hängt.

„Sie sind noch so jung. Warum haben wir bei Ihnen eine Knochendichtemessung gemacht? Die sagt doch bei Ihnen noch nichts aus!“ Innerlich war ich schon am Schreien und Verzweifeln. Trotzdem habe ich dem netten Herrn meine Geschichte erzählt.

„Aber dann müssen Sie eine andere Messung machen lassen. Die am Handgelenk sagt da nichts aus. Wir machen Ihnen einen Termin bei einem Kollegen.“ Netterweise bekam ich die zehn Euro zurück. Der Kollege allerdings hatte seine Praxis 30 Kilometer weit entfernt. Zwei Wochen später hatte ich endlich den Termin für die „richtige“ Messung.

Mir hat es geholfen, mich ausführlich auch mit den Ärzten über die Ergebnisse zu unterhalten. Man darf wirklich keine Scheu haben, alle Fragen zu stellen. Die Welt der Medizin wird für mich immer in weiten Teilen ein Rätsel bleiben. Aber dank der regelmäßigen Knochendichtemessung alle zwei Jahre bin ich mir wenigstens sicher: Sollte ich eine Osteoporose bekommen, merken wir das auf alle Fälle.