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Arbeiten in Zeiten der Corona-Pandemie

Auch jetzt, in der Corona-Krise, findet das Arbeitsleben der chronischen Talente Magdalena, Paul, Ines, Mara und Benedikt überwiegend statt – obwohl chronisch Kranke gefährdeter sind, obwohl sich der Virus nur schwer auf Abstand halten lässt. Wie es sich aber verändert hat, könnt ihr hier lesen:

Magdalena

Besonders in Magdalenas Beruf als Ergotherapeutin ist der empfohlene Mindestabstand ein Problem: „Natürlich mache ich mir Sorgen wegen der Ansteckungsgefahr. Ich muss darauf vertrauen, dass meine Patienten offen mit mir sind und nicht krank zu mir kommen, anders herum gilt das genauso. Wir achten noch mehr auf Hygiene, desinfizieren mehrmals täglich Räume und Materialien. Unsere Chefin stellt uns zudem das nötige Schutzmaterial zur Verfügung.“ Eine Vollzeitstelle hat Magdalena aber derzeit trotzdem nicht mehr – „das macht mir schwer zu schaffen, weil ich ein ganz anderes Pensum gewöhnt bin, aber wir haben in unserer Praxis enorme Einbußen. Wir werden nun in Kurzarbeit gehen“, berichtet sie. „Ich hoffe, dass wir bald unseren normalen Alltag wieder haben. Es ist schwer für die kleineren Patienten zu verstehen, warum wir nicht mehr so nah dran sind und auch an unseren Schutz denken müssen.“

Ines

Ines, Verwaltungsangestellte im Landratsamt Böblingen, kann drei Tage die Woche im Homeoffice arbeiten, zwei Tage im Büro: „Wir arbeiten in Schichten, sodass keiner jemanden aus der anderen Schicht zu sehen bekommt. Im Betrieb arbeite ich vorausschauender, da ich mir überlegen muss, welche Arbeiten ich von zu Hause erledigen kann und welche nicht.“ Ines hat immer mal wieder „Angstattacken, Corona zu haben oder zu bekommen und nichts zu merken. Dadurch habe ich immer wieder das Gefühl, keine Luft zu bekommen“, sagt sie. Für sie ist nicht die Umstellung im Arbeitsleben die größte Herausforderung, sondern die Tatsache, dass sie sich nicht mehr unbeschwert in der Öffentlichkeit bewegen oder zum Arzt gehen könne. Der Gedanke, dass sie zur Risikogruppe gehört, und die Frage, ob sich die Mitmenschen rücksichtsvoll verhalten, ist mit unterwegs. Außerdem merkt sie bereits, dass durch den Stopp für Veranstaltungen und damit auch für Sportkurse ihre Mobilität und Beweglichkeit immer schlechter wird.

Mara

Auch der Arbeitsalltag von Mara, Projektmanagerin im Bereich Gesundheit und IT im niederländischen Enschede, hat sich aufgrund der Corona-Pandemie verändert. „Da wir im Gesundheitswesen tätig sind, merken wir, dass das Corona-Virus jetzt überall Priorität hat und Unsicherheiten mit sich bringt“ sagt Mara. „In den Niederlanden rät die Regierung, soviel wie möglich von zu Hause aus zu arbeiten“, sagt Mara, „mein Betrieb setzt dies zu 100 Prozent um.“ Ihre Aufgaben haben sich im Homeoffice nicht verändert, auch, weil das Unternehmen bereits eine sehr gute digitale Infrastruktur hat und viel nutzt. Aber: „Obwohl ich auch vorher schon häufiger im Homeoffice war, ist es jetzt doch ein komisches Gefühl, dass ich gar nicht mehr aus dem Haus muss.“ Ihr Arbeitgeber hat angewiesen, dass sie sich alles Notwendige aus dem Büro in Homeoffice mitnehmen können. „Das habe ich dann auch gemacht, ich habe jetzt einen grossen Bildschirm und eine Tastatur aus dem Office zu Hause.“

Benedikt

Selbstverständlich ist die Corona-Krise auch im Arbeitsalltag des freiberuflichen Fotografen Benedikt angekommen: Nicht nur Veranstaltungen und Termine wurden aufgrund Vermeidung der Ausbreitung der Pandemie abgesagt. Auch der 30-Jährige ist nur noch im Homeoffice tätig. Er nutzt die Zeit des Lock-down flexibel und kreativ, zum Beispiel für das Sortieren von Fotos und den Umbau der eigenen Webseite.

Trotz aller Flexibilität im Umgang mit den Herausforderungen der Pandemie wünschen sich alle chronischen Talente eines für ihr Umfeld und für sich selbst: gesund zu bleiben und baldmöglichst ihren normalen (Arbeits-)Alltag wieder zu haben.