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Nächtliche Attacke: Erfahrungsbericht zur Stressbewältigung

| Aktuelles

Wenn der Stress überhandnimmt, meldet sich der Körper irgendwann. Wer die Signale ernst nimmt, kann umsteuern – zeigt dieser Erfahrungsbericht.

Herzschlag 160, Uhrzeit 2:30 nachts. Ich bin aus dem Schlaf geschreckt. Habe ich schlecht geträumt oder war draußen Lärm? Der Puls rast weiter. Ich werde nervös, mir wird heiß. Ich schleiche ins Bad, trinke etwas. Der Puls bleibt oben. Ich bekomme Panik. Zum ersten Mal in meinem Leben denke ich darüber nach, einen Krankenwagen für mich zu rufen. Ich hatte meine erste Panik-/Stressattacke, mitten in der Nacht. Irgendwann hat sich mein Herz wieder beruhigt, und ich bin eingeschlafen.

Anscheinend war mein Körper überreizt und im Stressmodus. In den Wochen danach hatte ich noch ein paar Mal vorm Einschlafen einen schnellen Herzschlag, aber es ist – toi, toi, toi! – nicht noch mal eskaliert. Ich habe allerdings auch probiert, meinen Alltag etwas anders einzurichten.

Den Stress anerkennen

In den Wochen vor der Panikattacke hatte ich gefühlt nur gearbeitet. Das öffentliche Leben war wegen der Pandemie eingeschränkt, ich hatte kaum Sozialkontakte und auch das Fitnessstudio hatte geschlossen. Es blieb eigentlich nur der Job im Homeoffice. Doch wenn man schon zu Hause arbeitet – wie kann man auch zu Hause entspannen? Als Erstes habe ich mir endlich eingestanden, dass ich Stress erfahre und dass die Reaktion meines Körpers nicht einfach nur Zufall war. Ich habe meine Nervosität und Unzufriedenheit lange Zeit immer wieder vom Tisch gefegt. Da ich jetzt weiß, wie sich ungesunder Stress anfühlt, merke ich schon bei den kleinsten Zeichen, dass ich mich um mich kümmern sollte. Dann rede ich zum Beispiel mit engen Freunden und der Familie. Über den Stress, aber auch über alle anderen Sachen zur Ablenkung. Mir hilft es unglaublich, wenn ich meine Gedanken einfach mal aussprechen kann und zu bestimmten Punkten die gleiche oder auch eine andere Meinung höre. Auszeiten tun mir auch gut, für meine Hobbys oder, um einfach mal nichts zu tun. Es fühlt sich sehr befreiend an, das Handy in den Flugmodus zu schalten, sodass keine Nachrichten zu mir durchdringen. Außerdem natürlich Bewegung – mir hat es viel gebracht, mehrmals die Woche morgens etwas leichten Sport zu machen. Insgesamt bin ich achtsamer geworden, was meinen Körper betrifft. Ich halte mehrmals am Tag inne und baue regelmäßigere Pausen ein. Ich hinterfrage nicht immer alles, aber achte auf wiederkehrende Signale und mein allgemeines Verhalten.

Ich bin froh, dass ich mit einigen Tipps und Gesprächen mit Freunden und der Familie selbstständig meinen Stress reduzieren konnte. Wenn ich dies nicht so schnell geschafft hätte, wäre der nächste Schritt ein Besuch beim Hausarzt und/oder Psychologen gewesen. Man muss nicht immer alles allein lösen. Sprecht mit eurem behandelnden Arzt, wenn ihr Stress habt und nicht allein rausfindet.

Autorin: Mara Kaldeweide ist Bundesjugendsprecherin und hat juvenile idiopathische Arthritis.