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Bundeskonferenz 2026: Wie sag ich's?

Die Bundeskonferenz (BuKo) 2026 in Köln-Riehl hat eindrucksvoll gezeigt, wie viel Kraft in guter Kommunikation steckt. Dabei gab es hilfreiche Tipps und neue Strategien für den Alltag mit einer rheumatischen Erkrankung.

Schon beim gemütlichen Beisammensein am Freitagabend entstand eine offene Atmosphäre, in der Gespräche leichtfielen und neue Verbindungen entstanden. Viele nutzten die Zeit, um anzukommen, sich auszutauschen und erste Impulse mitzunehmen.

Richtig kommunizieren

Der Samstag startete mit zwei Vorträgen, die den Ton für das Wochenende setzten. Kommunikationscoach Kasandra Einig eröffnete mit „Was sind die Voraussetzungen und Grundlagen einer Kommunikation?“ und schaffte es, die Teilnehmenden mit einem lockeren, einbindenden und erfrischenden Vortrag sofort mitzunehmen. Sie zeigte, wie Klarheit, Empathie und der richtige Rahmen Gespräche verändern können. Ein Teilnehmer brachte es später treffend auf den Punkt: „Für konstruktive Gespräche braucht es den richtigen Rahmen. Manchmal lohnt es sich, das Gesagte erst einmal sacken zu lassen und später darauf einzugehen.“

Im Anschluss stellten die beiden Selbstmanagement-Trainerinnen Christine Martin und Jenny Deisen zentrale Bausteine des Selbstmanagements vor. Die Modelle Stamina, Mana und HP halfen, die eigenen Energiereserven sichtbar zu machen und zu erkennen, was Kraft zieht oder zurückgibt. In Gruppen entstanden erste Ich-Botschaften, die zeigten, wie viel Stärke in klaren Worten liegt. Eine Teilnehmerin formulierte es so: „Ehrlich zu sagen, was ich brauche, macht mich nicht unzuverlässig oder schwierig. Klare Kommunikation hilft allen, einander besser zu verstehen.“

Verschiedene Workshops

Nach einer Pause starteten zwei verschiedene Workshops. Der erste, der sich an junge Betroffene richtete, beschäftigte sich mit dem Thema: Wie stehe ich für mich ein? Unter Leitung von Martina Janning wählten die Jugendlichen das Thema Arbeit. Mit dem Modell SAG-ES wurden schwierige Situationen analysiert und neue Lösungswege entwickelt. In Partnerarbeit folgte das ABC-Modell, das hilft, Bewertungen zu hinterfragen und hilfreiche Gedanken zu formulieren.

Viele erlebten dabei echte Aha-Momente. Der zweite Workshop richtete sich an die Eltern und trug den Titel: „Wie stehe ich für mein Kind ein?“ Kommunikationscoach Kasandra Einig erarbeitete mit den Eltern Fallbeispiele, Gesprächsleitfäden und praktische Tools. Die Gruppe sammelte, was Eltern im Alltag besonders herausfordert: der Umgang mit Hilflosigkeit, das Setzen von Grenzen, die Suche nach passenden Ansprechpartnerinnen und -partnern sowie die Frage, wie man komplexe medizinische Informationen verständlich weitergibt.

Erfolgreiche Kommunikation

Ein zentrales Thema war dabei die Kommunikation mit Ärztinnen und Ärzten. Eine Mutter formulierte es so: „Ich habe das Gefühl, der Arzt nimmt die Schmerzen meiner Tochter gar nicht ernst.“ Gemeinsam wurden Strategien erarbeitet, wie Eltern ihre Anliegen klar formulieren können – von Bedarfsklärung über Ich-Botschaften bis hin zu strukturierten Gesprächsleitfäden. Die Toolbox des Workshops zeigte: Gute Kommunikation ist erlernbar und stärkt sowohl Eltern als auch Kinder. Im Anschluss klang der Abend in entspannter Runde aus – mit viel  Austausch, Lachen und dem Gefühl, als Gruppe weiter zusammengewachsen zu sein.

Peers gesucht!

Am Sonntag präsentierte Monika Mayer, was in der Eltern- und Jugendarbeit der Rheuma-Liga im letzten Jahr passiert ist und welche Projekte anstehen. Besonders wichtig: Es werden weiterhin Transitions-Peers gesucht, die Jugendliche beim Übergang in die Erwachsenenmedizin begleiten. Anschließend wurde ein neues Mitglied für das Team „Junges Rheuma“ gewählt: Alea von der Lupus Erythematodes Selbsthilfegemeinschaft wurde einstimmig gewählt und herzlich willkommen geheißen. Das Team freut sich weiterhin über Verstärkung – engagierte junge Menschen und Eltern rheumakranker Kinder sind jederzeit willkommen, bei uns zu hospitieren. In der abschließenden Ideenwerkstatt sammelten alle, was sie aus dem Wochenende mitnehmen und wie das Wissen weitergegeben werden kann. Die Ergebnisse reichten von Gesprächsleitfäden über Checklisten bis hin zu kreativen Ideen für zukünftige Workshops. Die Feedbackrunde machte deutlich: Kommunikation ist ein Werkzeug, das stärkt, verbindet und Mut macht – und genau das hat die Buko 2026 gezeigt.

Autorin: Franziska Jeckel